Schwangerschafts-ABC


Antikörpersuchtest

Nachweismethode für blutgruppenspezifische Antikörper im Blutserum. Dient der Vorbeugung von schwerwiegenden Zwischenfällen bei Bluttransfusionen und der sogenannten "Rhesusfaktor-Unverträglichkeit" im Rahmen der Schwangerenvorsorge.

Blutzuckerbelastungstest ("Glukosetoleranztest")

Verfahren zur Erkennung von Frühstadien des Diabetes Mellitus, die sonst noch nicht klinisch manifest geworden sind. Ablauf: Bestimmung der Blutzuckerkonzentration nüchtern und nach Einnahme von Glukose oder anderer Zuckerformen. Der Blutglukosespiegel darf dabei nicht über ein bestimmtes Maß hinaus ansteigen.

Chlamydienabstrich

Nachweismethode eines bakteriellen Krankheitserregers (Chlamydien) durch einen Vaginalabstrich. Dient der Früherkennung eines Chlamydieninfektes, der während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen und Frühgeburten führen kann.

CTG

Abkürzung für Cardiotokogramm. Im Cardiotokogramm erfolgt in der Spätschwangerschaft und während der Geburt die fortlaufende Aufzeichnung der fetalen Herzfrequenz und der Wehentätigkeit. Diese Kontrolle ermöglicht die Überwachung des Feten sowie die frühzeitige Erkennung einer Sauerstoffmangelversorgung.

dmf-t-Index

internationale Methode zum Vergleich von Zahnbefunden. Bei Kleinbuchstaben handelt es sich um Milchzähne. Der dmf-t-Index ergibt sich aus dem Verhältnis der Anzahl der karies-befallenen (engl. "decayed"), der fehlenden (engl. "missing") und der gefüllten bzw. überkronten (engl. "filled") Zähne (engl. "teeth") zur Gesamtzahl der bewerteten Zähne (ohne Weisheitszähne) der Person. Der dmf-s-Index bezieht sich dabei nicht auf den gesamten Zahn, sondern nur auf die Zahnoberfläche (engl. "surface").

Doppler-Ultraschall auf Gestose

Die Doppler-Sonographie ist eine Verfeinerung der Ultraschalldiagnostik zur Bestimmung der Blutflussgeschwindigkeit im Herz sowie in arteriellen und venösen Gefäßen. Eine Gestose (extremere Formen werden auch als "Präeklampsie" oder "Eklampsie" bezeichnet) ist eine häufige Schwangerschaftserkrankung, die im klassischen Fall mit Blutdruckerhöhung, Eiweißausscheidung im Urin und Ödembildung verbunden ist. Die Gestose gefährdet die Mutter durch mögliche Organschädigungen (v.a. Nieren, Leber, Gehirn) und die Überlastung des Herzens, den Feten durch die mangelhafte Durchblutung der Plazenta. Durch die Doppler-Untersuchung können die Durchblutungsverhältnisse kontrolliert werden.

Fluoridierungsmittel

Fluorsalze oder entsprechende Tabletten, die an Kinder bis zum 12. Lebensjahr gegeben werden, um deren Zahnschmelz gegen Kariesbakterien zu stärken.

Free ß-HCG

Untereinheit des Hormons Human-Choriongonadotropin. ß-HCG wird in der frühen Schwangerschaft gebildet, am stärksten in der 10. Schwangerschaftswoche. Die Blutuntersuchung auf dieses Hormon dient der Kontrolle des Schwangerschaftsverlaufes.

Frühscreening Downsyndrom (Mongolismus, Trisomie 21)

Das Down-Syndrom entsteht, falls durch einen im höheren Alter der Mutter gehäuft auftretenden Zellteilungsfehler das 21. Chromosom nicht zwei- sondern dreifach vorhanden ist, was zu einer Fehlentwicklung des betroffenen Kindes führt. Neben einer geistigen Behinderung sind Herzfehler, eine markante Kopfform sowie die seitlich ansteigenden Augenlidachsen des Kindes typisch. Durch eine Fruchtwasserpunktion (sogen. "Amniozentese") oder eine Punktion der Plazenta (sogen. "Chorionzottenbiopsie") kann ein Down-Syndrom bereits in der Frühschwangerschaft erkannt und ggf. ein Schwangerschaftsabbruch erwogen werden..

Hb-Bestimmung, Hämoglobinbestimmung

Bestimmung der Konzentration des eisenhaltigen Sauerstoff-Transportproteins Hämoglobin (abgekürzt Hb, auch "roter Blutfarbstoff" genannt) im Blut. Bei erniedrigten Hb-Werten ist die Sauerstoffversorgung des Menschen gestört. Bei einer Schwangeren kann der Fetus dadurch schwer geschädigt werden.

HBs-Ag.

Abkürzung für Hepatitis-B-Oberflächen (engl. "surface")-Antigen, einem charakteristischen Protein der Virushülle. Das Vorhandensein dieses Antigens ist ein wichtiger Hinweis auf eine Hepatitis-B-Infektion ("Gelbsucht").

Listeriose

Durch die Bakterienart Listerien verursachte Infektionskrankheit, die bei Menschen häufig symptomlos verläuft. In der Schwangerschaft kann sie sich dagegen als Grippe mit Hirnhautentzündung, Augenlidbeteiligung und Blasen-/Nierenbeckenentzündung äußern. Besonders gefährlich ist der Übertritt von Erregern durch die Plazenta auf den Feten in den letzten Schwangerschaftswochen, hieraus kann eine Fehlbildung, eine Frühgeburt oder sogar der Tod des Neugeborenen resultieren.

Luestest

Ist eine Schwangere an der Geschlechtskrankheit Lues (auch "Syphillis" genannt) erkrankt, kommt es unbehandelt häufig zu Fehlbildungen, zur Tot- oder Fehlgeburt. Daher wird die Schwangere routinemäßig in den ersten Schwangerschaftswochen durch eine Blutentnahme auf den entsprechenden Krankheitserreger, Treponema pallidum, getestet. Im Rahmen dieses sog. "TPHA-Tests" (= Treponema Pallidum Hämagglutinationstest) bilden sich nach ca. 3 Wochen Zusammenlagerungen der Testsubstanz mit dem infektiösen Patientenblut, sogenannte "Hämagglutinationen", falls die Schwangere infiziert ist.

PAPP-A

Abkürzung für Schwangerschafts-Plasmaeiweiß A (engl.: Pregnancy associated plasma protein a). PAPP-A ist ein Protein, das ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ansteigt. Es wird auch als "Alpha-2-Makroglobulin" bezeichnet. Die Blutuntersuchung auf dieses Eiweiß dient der Kontrolle des Schwangerschaftsverlaufes.

Rhesusfaktor

Als Rhesusfaktor wird ein bestimmtes Blutantigen bezeichnet, das einen wichtigen Bestandteil eines an Rhesusaffen erforschten Blutgruppensystems darstellt. Fehlt dieses Oberflächenmerkmal an den Blutkörperchen, spricht man von "rhesus-negativ" (15% der europäischen Bevölkerung), ist es vorhanden von "rhesus-positiv" (85%). Ist eine Schwangere rhesus-negativ, der Fetus dagegen rhesus-positiv (vom Vater vererbt), können bei der Entbindung rhesus-positive Blutkörper des Kindes in das mütterliche Blut übergehen. Die Mutter bildet dann Antikörper gegen den Rhesusfaktor, die für einen zweiten rhesuspositiven Säugling lebensbedrohlich sein können (sog. "Rhesusfaktor-Unverträglichkeit"). Durch Anwendung der sogenannten "Anti-D-Prophylaxe" werden die Blutbestandteile des ersten Kindes sofort abgebaut, ohne dass es zu einer Antikörperbildung der Mutter kommt.

Rötelntest

Da eine Rötelnerkrankung einer Schwangeren in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten den Fetus stark gefährdet (ca. 10% Fehlgeburten, bis zu 60% Missbildungen), sollte bei Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft überprüft werden, ob die Frau bereits Antikörper gegen Rötelnviren im Blut hat. Falls nicht, ist eine passive Immunisierung, d.h. die Gabe von Antikörpern, zu empfehlen, um eine Rötelnerkrankung während der Schwangerschaft auszuschließen.

Tokogramm

Darstellung des Wehenablaufes durch Registrierung der Muskelanspannung in der Gebärmutter

Toxoplasmose-Screening, Toxoplasmosetest

Toxoplasmose ist eine Infektionserkrankung, die in der Regel nur für Schwangere gefährlich ist. Hat eine Schwangere während ihrer Schwangerschaft erstmalig Kontakt mit dem Toxoplasmoseerreger, kann sie grippeähnliche Symptome entwickeln. Es besteht die Gefahr einer Fehlgeburt oder schwerer Gehirnschädigungen des Kindes. Daher muß eine während der Schwangerschaft aufgetretene Toxoplasmose früh erkannt und behandelt werden. Es ist streng auf klinische Zeichen (Lymphknotenschwellung, Grippesymptome) und die entsprechenden Blutwerte, die regelmäßig zu überprüfen sind, zu achten.

Triple-Test mit Biometrie (Alpha-Feto-Protein)

Diese Untersuchung dient der Früherkennung eines offenen Rückens (sogenannte "Spina bifida") in der ersten Schwangerschaftshälfte. Sie erfolgt durch eine Fruchtwasseruntersuchung nach entsprechender Punktion, durch die allerdings ein 0,5-1%iges Fehlgeburtsrisiko entsteht.

Zytomegaliescreening

Die Infektion mit dem Zytomegalievirus (CMV) führt für Mutter und Kind in der Regel zu keinen Krankheitssymptomen. Bei ca. 0,1 % der Neugeborenen führt eine CMV-Infektion allerdings zu einer Fehlgeburt, zu Leber- oder Gehirnschädigungen. Um eine Infektion im Anfangsstadium einer Schwangerschaft zu erkennen, wird das mütterliche Blut auf diesen Virus oder entsprechende Antikörper kontrolliert (= Zytomegaliescreening)